Maike Wetzel


geboren 1974, studierte an der Filmhochschule in München, führte Regie und schrieb Drehbücher zu mehreren Kurzfilmen und Reportagen. Mit "Lange Tage" ist 2003 ihr zweiter Erzählband in der Collection S. Fischer herausgekommen.

Maike Wetzels Erzählungen transportieren genau das Lebensgefühl verschiedener Figuren. "Ohne viele Worte zu verlieren, umreißt sie Situationen und Charaktere" (Hubert Spiegel in der FAZ) und schafft eine Literatur, die nachdenklich stimmt, aber auch sehr komische Momente kennt. Seid also eingeladen, z.B. von Flip zu hören, der "rauchte getrocknete Bananenschalen, Mehl, zerbröselte Bleistiftminen, Kaktusblätter, Haare. Er hatte schon alles probiert. Er suchte den billigen Kick, leider vergebens. [...] Er bekam jetzt schwarzen Afghanen geliefert.[...] Flip tat, als dächte selbst der Pflücker in Marokko voll Bewunderung an ihn, den mutigen Kiffer. Von den spanischen Schmugglern sprach Flip wie von Duzfreunden. Er hatte sie noch nie getroffen. In seiner Phantasie war Flip ständig mit dem schwarzen Afghanen auf der Reise. In Wirklichkeit besaß er nicht mal einen Pass."


Presserezension aus der JOGU, Mai 2006 »